Krankenzusatz

Für rund 90 Prozent der deutschen Bevölkerung gilt die gesetzliche Kranken-versicherungspflicht.

Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Leistungseinschränkungen (neben den Beitragssteigerungen), die der Gesetzgeber im Laufe der letzten Jahrzehnte
den gesetzlich Krankenversicherten auf bürdete, arbeiten die Versicherer an der Ersatzlösung "Krankenzusatzversicherung", mit denen gesetzlich Versicherten die Möglichkeit geboten wird, diese Lücken wieder zu schließen bzw. den gesetzlichen Grundschutz zu ergänzen.

Siehe auch Übersicht "Leistungseinschränkungen in der GKV seit 1989" (= .pdf-Datei)

Der Markt der Krankenzusatzversicherungen gliedert sich hier im wesentlichen in folgende Tarifgruppen:

Die wichtigste Gruppe ist die Krankheitskosten-Zusatzversicherung, sie setzt sich zusammen aus:
  • ambulanter Heilbehandlung
  • Zahnzusatzversicherung
  • stationäre (Krankenhaus-) Zusatztarife.
Für einen alleinstehenden Zusatztarif für ambulante Heilbehandlung gibt es kaum Anbieter, weil preislich mit halbwegs vernünftigen Leistungsumfang für den Bereich Krankenzusatz kalkulatorisch kaum darstellbar (eine der Ausnahmen - mit entsprechenden Einschränkungen - ist z. B. der Tarif AKG von Fa. Württembergische Versicherungen).

Die meisten Tarife zur gesetzlichen Ergänzung
gibt es im Bereich Zahn und Krankenhaus; weit verbreitet sind Tarife mit Kombinationen aus diesen drei Bausteinen. Die (ergänzenden) Leistungen aus diesen Tarifen können oft nur nach Vorleistung gesetzlicher Krankenkassen vom privaten Versicherer abgerufen werden, bzw. diese Krankheitskostenzusatzversicherung kann nur von gesetzlich Versicherten abgeschlossen werden.

Stiftung Warentest hält einzelne Bausteine der Krankheitskosten-Zusatzversicherung für "sinnvoll" (d.h. zwei von vier Sternen).

Wir meinen: Hier teilen wir die Ansicht von Stiftung Warentest.

 Zum Thema Vergleichsrechner generell beachten Sie bitte unseren Hinweis ...

Die Krankentagegeldversicherung (KTG) soll den Verdienstausfall bei Krankheit absichern; sie kann von gesetzlich Versicherten wie auch Selbständigen abgeschlossen werden.

Bezüglich der gesetzlichen Versicherten gilt der Hinweis, daß die gesetzliche Krankenkasse nach dem 42. Tag zwar die Lohnfortzahlung übernimmt (bis maximal 78 Wochen, für das danach sollte man seine Arbeitskraft möglichst durch eine private Police abgesichert haben), hiervon
werden aber die Arbeitnehmerbeiträge zur Renten- und Arbeitslosen- sowie zur Pflegeversicherung abgezogen. Je nach Einkommenssituation kann dies mehrere hundert Euro pro Monat betragen. Eine Krankentagegeldversicherung schließt diese Lücke wieder.

Wir meinen: Die KTG gehört in die Kategorie Einkommensschutz und kann je nach individueller Einkommens-/Vermögenssituation sinnvoll sein; für die meisten Selbständigen ist sie nahezu unabdingbar.

Hinweis für Selbständige, die sich über eine gesetzliche Krankenkasse (GKV) mit einem sogenannten Wahltarif ein KTG eingekauft haben: Sie sind dadurch drei Jahre lang an diese GKV gebunden, obwohl ihre freiwillige Mitgliedschaft zur GKV jederzeit zum Ablauf des übernächsten Monats gekündigt werden könnte.



Die Krankenhaustagegeldversicherung (KHTG) soll zusätzliche finanzielle Belastungen auffangen, die bei einem stationären Krankenhausaufenthalt entstehen können (Kosten für Haushaltshilfen, Kinderbetreuung, Fahrtkosten, anschließender Genesungsurlaub, etc.). Im Leistungsfalle zahlt der Versicherer eine fest vereinbarte Summe, die unabhängig davon ist, wofür das Geld letztlich eingesetzt wird.

Während die alleinstehende Krankenhaustagegeldversicherung unabhängig von Unfall oder Krankheit leistet, ist dieser Baustein in der Sparte Unfallversicherung beschränkt auf den Leistungsfall "Unfall".

Die KHTG kann sowohl von gesetzlich wie auch von privat Versicherten abgeschlossen werden.

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