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> Beratungsgrundsätze & -grundlagen

"Es ist schwieriger, eine vorgefaßte Meinung zu zertrümmern als ein Atom" (Albert EINSTEIN)

Selbstverständlich orientieren wir uns in der Beratung zu Kapitalanlagen an den anerkannten Rechtsgrundsätzen; grundsätzlich muß eine Beratung ...
  1. anlegergerecht sein, d. h. die zur Diskussion stehende Kapitalanlage muß insbesondere den finanziellen Verhältnissen  des Anlegers und seinen Anlagezielen sowie seinem Anlagehorizont entsprechen. Des weiteren ist auf die individuelle Risikobereitschaft und die objektive Risikofähigkeit des Anlegers Rücksicht zu nehmen.
  2. anlagegerecht sein, d. h. der Berater hat die Pflicht, das Produkt, den Prospekt, den Emittenten und gegebenenfalls etwaige Garantiegeber als auch die öffentliche Berichterstattung zu prüfen.
  3. portfoliogerecht sein, d. h. die zur Diskussion stehende konkrete Vermögensanlage muss sich in das Portfolio des Kunden passend  einfügen – insbesondere  sind Übergewichtungen und Klumpenrisiken zu vermeiden.
Mit den folgenden Ausführungen wollen wir Sie unterstützen, die Qualität unserer Arbeit überprüfen können.

Hinweis: Wir sind unabhängige Finanzanlagenvermittler (d.h. freie Makler nach § 93 HGB und nicht in irgendwelche Vertriebsstrukturen eingebunden wie z. B. als Handelsvertreter für ein sogenanntes Haftungsdach). 

D
erzeit findet in Deutschland die Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie MiFID in nationales Recht bzw. in die Praxis statt. Das diesbezügliche Artikelgesetz FRUG paßte hierzu die betreffenden deutschen Gesetze an, hauptsächlich das Kreditwesengesetz und das Wertpapierhandelsgesetz

Die EU-Richtlinie soll insbesondere ...
  • den Anlegerschutz durch neue Verhaltens- und Transparenzregeln verbessern
  • sowie die Bedingungen für den Wertpapierhandeln regeln und harmonisieren. 
Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Alltagspraxis eines unseres Standbeines, dem Vertrieb von Kapitalanlagen. Die rechtliche Umsetzung geschieht in Deutschland an Hand der Finanzanlagervermittlerverordnung (FinVermV). Als Finanzdienstleister müssen wir nun seit dem 01.01.2013 folgende Voraussetzungen erfüllen, um unser Gewerbe noch ausüben zu dürfen:
  • Wir bedürfen nun einer Gewerbeerlaubnis nach § 34 f Gewerbeordnung; hierbei unterscheidet der Gesetzgeber künftig danach, ob ein Vermittler für den Vertrieb von ...
    1. Investmentfonds ("Anteilscheinen einer Kapitalanlagegesellschaft oder Investmentaktiengesellschaft oder von ausländischen Investmentanteilen, die im Geltungsbereich des Investmentgesetzes öffentlich vertrieben werden dürfen"),
    2. geschlossenen Fonds ("öffentlich angebotenen Anteilen an geschlossenen Fonds in Form einer Kommanditgesellschaft"),
    3. "sonstigen Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 Vermögensanlagengesetzes"
 ... tätig werden darf. Die Erlaubnis kann für alle drei Sparten oder auch eingegrenzt auf eine oder zwei Kategorien von Finanzanlageprodukten beantragt werden. Derzeit beschränken wir uns auf Investmentfonds und geschlossene Fonds. Die künftige Marktentwicklung wird zeigen, ob wir unsere Genehmigung auch auf "sonstige Vermögensanlagen" erweitern müssen. 
  • Des weiteren müssen wir nach § 9 FinVermV eine entsprechende Berufs-/Vermögensschadenshaftpflichtversicherung auch für die Kapitalanlagevermittlung nachweisen.
  • Nachweis einerseits unserer Zuverlässigkeit (keine Verurteilung z. B. wegen Betrug, Untreue, Geldwäsche) und andererseits unserer geordneten Vermögensverhältnisse (kein Insolvenzverfahren eröffnet oder keine Eintragung ins Schuldnerverzeichnis).
  • Und schließlich müssen wir zur Gewerbeausübung noch nachweisen, daß wir über die zur Ausübung der oben genannten Tätigkeiten die erforderlichen fachspezifischen Produkt- und Beratungskenntnisse verfügen (Sachkundenachweis).
Unter der Voraussetzung, daß wir bis zum 31.12.2014 die letztgenannte Sachkundeprüfung der Aufsichtsbehörde vorlegen (in Ba.-Wü. sind das die IHKn), erhielten wir am 14. Februar 2013 von der IHK Südlicher Oberrhein die Eintragung ins Finanzanlagenvermittlerregister und die Erlaubnis nach 34 f Gewerbeordnung, um gewerbsmäßig Investmentfonds und geschlossene Fonds öffentlich vertreiben zu dürfen. Im Register finden Sie uns unter unserem Namen mf-maxxfinanz gmbh oder unserer Registernummer D-F-126-JB69-55; unsere Erlaubnis finden Sie unten zum Herunterladen als .pdf-Datei.

Die neue Gesetzeslage hat gravierende Auswirkungen auf die konkrete Beratungs- und Vertriebstätigkeit. In Anlehnung an die Regelungen des Wertpapierhandelsgesetzes erlegt sie dem Finanzanlagenvermittler neue Verhaltenspflichten auf, um mit der erforderlichen Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit im Interesse des Anlegers zu handeln. Seine Dienstleistung, im bestmöglichen Interesse des Kunden zu handeln, unterliegt nunmehr auch der jedem Kaufmann obliegenden Sorgfaltspflicht nach § 347 HGB, die von der zuständigen Behörde überwacht wird. Mit den neuen Verhaltensregeln wird der Vermittler zur Wahrung der (erkennbaren) Interessen des Kunden und zur Vermeidung von Interessenkonflikten verpflichtet. Er hat mit der Ausführung des Auftrages verbundene Risiken zu vermeiden oder zu minimieren. Gleichzeitig trifft den Kunden aber eine Mitwirkungspflicht, d.h. er muß seinem Vermittler Änderungen seiner Verhältnisse mitteilen.

Nach § 16 Abs. 1 Satz 1 Finanzanlagenvermittlervordnung (FinVermV) ist der Vermittler nunmehr verpflichtet, folgende Informationen rechtzeitig vor Abschluß des Vertrages vom Anleger einzuholen:
  • Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf Finanzanlagen (Arten von Finanzanlagen, mit denen der Kunde vertraut ist; Art, Umfang, Häufigkeit und Zeitraum zurückliegender Geschäfte des Kunden mit Finanzanlagen; Ausbildung sowie gegenwärtige und relevante frühere Berufstätigkeiten des Anlegers)
  • Anlageziele (Anlagedauer, Risikobereitschaft, mit der Anlage verfolgter Zweck)
  • finanzielle Verhältnisse (Grundlage und Höhe regelmäßiger Einkommen, regelmäßige finanzielle Verpflichtungen, vorhandene Vermögenswerte)
Werden diese Informationen nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig eingeholt, begeht der Vermittler eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 5.000,- Euro geahndet werden kann (§ 26 Abs 1 FinVermV in Verbindung mit § 144 Abs. 2 GewO).

Des weiteren hat der Vermittler gemäß § 18 FinVermV bei jeder Anlageberatung ein schriftliches Beratungsprotokoll zu erstellen. Damit soll seine Kontrolle durch die Behörden ermöglicht werden. Da es sich um eine öffentlich-rechtliche Pflicht gegenüber einer Behörde handelt, kann der Kunde auch nicht mit einer Erklärung gegenüber dem Vermittler auf die Protokollierung verzichten.

Im einzelnen führen die Regelungen der Finanzanlagenvermittlervordnung (FinVermV) nun dazu, daß es bei der Kundenberatung in der Praxis drei "Geschäftsarten und Prüfungspflichten" gibt.
  1. Anlageberatung: Der Vermittler bewertet die Situation des Kunden und spricht eine Anlageempfehlung aus. Als Berater hat er hierbei insbesondere die Geeignetheit zu prüfen:
    • Stimmen Anlage und Anleger überein? Hierzu müssen (sic!) wir als Berater insbesondere erfragen: 
      • Wie weit kennt sich der Kunde bereits im Anlagegeschäfte aus?
      • Wie ist seine Risikobereitschaft?
      • Besitzt der Anleger einschlägiges Fachwissen oder nicht?
      • Reichen seine Kenntnisse und Erfahrungen zur Erkennung des Anlagerisikos?
      • Die finanziellen Verhältnisse des Kunden.
    • Hinsichtlich der Produktempfehlung müssen (sic!) wir als Berater den Kunden informieren bzw. beraten über:
      • die allgemeinen Risiken des Marktes (Konjunktur, Inflation, Marktentwicklung), 
      • über spezielle Risiken wie Beschaffenheit des Produktes, Kurs-, Zins-, Währungsrisiken, Objektrisiken bei Immobilien, etc.
      • Kostensituation des Produktes
      • Konkrete Aufklärung über die Produkteigenschaften des ausgewählte Produktes; i.d.R. an Hand des Prospektes, welches der Anleger vorher zur Kenntnis genommen hat (Rendite, Liquidität, Bonität des Emittenten, Versteuerung, etc.).
      • Gegebenenfalls Korrektur von Fehlvorstellungen des Kunden.
    • Erhält der Vermittler vom Kunden nicht die erforderlichen Informationen, ist es ihm verboten (sic!), ihm im Rahmen der Anlageberatung eine Finanzanlage zu empfehlen (§ 16 Abs. 1 Satz 4 FinVermV)!
    • Wichtig: Der Kunde muß die Risiken, die mit einem konkreten Anlagegeschäft einhergehen, auf der Basis seiner Kenntnisse und Fähigkeiten verstehen können. 
  2. Anlagevermittlung: Der Kunde trifft die alleinige Anlageentscheidung ohne vorhergehende Beratung. Der Vermittler ist dabei lediglich zur Angemessenheitsprüfung verpflichtet (§ 16 Abs. 2 FinVermV):
    • Der Vermittler hat keinerlei Bewertung durchzuführen bzw. Empfehlung auszusprechen!
    • Der Vermittler hat richtige und vollständige Informationen über die für den Anlageentschluß wesentlichen Umstände zu übermitteln.
    • Der Vermittler muß sicher stellen, daß der Kunde auf Grund der ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen die Risiken hat erkennen können (d.h., der Kunden muß in Stand gesetzt werden, selbst die Angemessenheit erkennen zu können).
    • Bei Nachfrage durch den Kunden ist der Vermittler zur Erklärung der Unterlagen verpflichtet.
    • Erkennt der Vermittler, daß eine bestimmte Kapitalanlage für den Anleger nicht angemessen ist, muß er diesen darauf hinweisen und eine entsprechende Warnung aussprechen.
  3. Execution-only-Auftrag:  Findet ausschließlich auf Initiative des Kunden statt, er verzichtet auf eine Angemessenheitsprüfung durch den Vermittler, wobei dieser verpflichtet ist, den Kunden darauf hinzuweisen, daß diese nicht stattfindet (§ 16 Abs. 5 FinVermV). Diese Möglichkeit besteht jedoch nur bei nicht-komplexen Finanzinstrumenten (z. B. reines Ausführungsgeschäft bei Investmentsfondsanteilen). Riskante und komplexe Vermögensanlagen im Sinne des Vermögensanlagengesetzes dürfen vom Finanzanlagenvermittler auf diese Weise nicht vermittelt werden.

Mit der neuen Rechtslage muß der Finanzanlagenvermittler dem Anleger jetzt vor Vertragsabschluß jedwede Zuwendung nach Existenz, Art und Umfang offenlegen (§ 17 Abs. 1 FinVermV). Hintergrund ist die Vermeidung von Interessenskonflikten, die dazu führen könnten, die Kundeninteressen zu mißachten. Zu den Zuwendungen zählen neben der Provision alle Gebühren, sonstigen Geldleistungen und alle geldwerten Vorteile, die ein Finanzanlagenvermittler von Produktgebern für die Vermittlung deren Kapitalanlagen erhält.   

Gemäß der neuen FinVermV muß (sic!) nach § 15 dem Anleger rechtzeitig vor Vertragsabschluß ein sogenanntes Produktinformationsblatt übergeben werden. Es handelt sich dabei um ein i.d.R. nicht mehr als zwei DIN-A4-Seiten umfassendes Informationsblatt des Produktgebers mit allen wesentlichen Informationen über das Anlageprodukt ("Finanzinstrument") in leicht verständlicher Sprache. Der Anleger kann auf die Übergabe nur mit einer individuellen Vereinbarung verzichten (d.h., die Aushändigung kann nicht durch eine standardisierte Erklärung umgangen werden).

Nicht zuletzt verpflichtet die FinVermV den Finanzanlagenvermittler nunmehr wie den Versicherungsvermittler zur sogenannten Erstinformation: Einmalig beim ersten Geschäftskontakt hat der Vermittler dem Kunden die sogenannte statusbezogene Information zu überreichen. Sinn und Zweck: Der Anleger soll wissen, mit wem er es zu tun hat und welche Art von Erlaubnis der Vermittler besitzt.

Nach § 12 Abs. 1 FinVermV sind folgende Angaben mitzuteilen:
  • Familien- und Vornamen
  • Firma der Personenhandelsgesellschaft, in denen der Vermittler als geschäftsführender Gesellschafter tätig ist,
  • betriebliche Anschrift
  • Telefon- und Faxnummer, eBrief-Adresse
  • Umfang der Gewerbeerlaubnis
  • wie sich die Eintragung ins Vermittlerregister überprüfen läßt
  • Produktpartner
  • Anschrift, Telefonnummer und Internetadresse der für die Erlaubniserteilung zuständigen Behörde und des Vermittlerregisters
  • Registrierungsnummer


An oberster Stelle steht für uns jedoch der Kapitalerhalt des in unserer Verantwortung liegenden Vermögensportfolios unserer Kunden. Das bedeutet, daß die Durchschnittsrendite aller sich im Portfolio befindlichen Anlageklassen mindestens über der Inflationsrate liegt. Nach dieser Devise verhält sich jeder verantwortungsvolle Vermögensverwalter. Wenn es dann am Ende des Tages etwas mehr ist, dürfte sich jeder darüber freuen.

Insofern ist das wichtigste Ziel unseres Geschäftsmodells: Die Erarbeitung und Verteidigung unseres guten Rufes. Die Mandantenzahl läßt sich durch den natürlich begrenzten Einzugsbereich nämlich nicht unbegrenzt vermehren. Uns ist bewußt, daß man sein Vermögen nicht irgendwem, sondern in gute Hände geben will. Darauf begründet sich ein besonderes Vertrauensverhältnis, die einerseits Basis langfristiger Mandate ist, aber auch zu weiteren Empfehlungen durch zufriedene Altkunden führen soll.

Unsere Unabhängigkeit ist die Garantie für unsere transparente Leistungserstellung, unser Verantwortungsgefühl müssen wir nicht mit Dritten teilen. So sind wir frei von Vertriebsvorgaben und auch sonst an keinerlei Weisungen Dritter gebunden.
Nur auf diese Weise ist es möglich, daß grundsätzlich jeder Kunden mit seinem individuellem Bedarf und seinen Wünschen zufrieden gestellt werden kann,
anstatt "Massenkonfektion" anzubieten, irgendwelchen Moden hinterher zu rennen oder durch Vertriebsvorgaben Kundeninteressen aufgeben zu müssen.
Ċ
Frank C. LASCH,
14.03.2013, 10:51
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