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═ Schicht 1

Seit dem Alterseinkünftegesetz (AEG) von 2005 werden folgende Altersvorsorgeprodukte der sogenannten Schicht 1 zugeordnet:
  • gesetzliche Versorgung: gesetzliche Rentenversicherung
  • gesetzliche Versorgung: landwirtschaftliche Alterskassen
  • gesetzliche Versorgung: berufsständische Versorgungseinrichtungen
  • sog. Neue Leibrenten-Versicherung: Basisrente; im Volksmund unter "Rürup-Rente" bekannt
In der Steuererklärung können nun alle Beiträge für Vorsorgeprodukte in Schicht 1 als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden.

Hinsichtlich der Basisrente hat der Gesetzgeber eine Übergangsphase geschaffen, bis zu der die vollständige Abziehbarkeit der Beiträge wirksam wird, um die Belastung des öffentlichen Haushalts in Grenzen zu halten. Die Abzugsfähigkeit der Beiträge hat er stufenweise wie folgt definiert:

 Jahrmaximale Abzugsfähigkeit
 200560 % (maximal € 12.000,-)
 200662 % (maximal € 12.400,-)
 200764 % (maximal € 12.800,-)
 200866 % (maximal € 13.200,-)
 200968 % (maximal € 13.600,-)
 201070 % (maximal € 14.000,-)
 201172 % (maximal € 14.400,-)
 201274 % (maximal € 14.800,-)
 201376 % (maximal € 15.200,-)
 201478 % (maximal € 15.600,-)
 201580 % (maximal € 16.000,-)
 201682 % (maximal € 16.400,-)
 201784 % (maximal € 16.800,-)
 201886 % (maximal € 17.200,-)
 201988 % (maximal € 17.600,-)
 202090 % (maximal € 18.000,-)
 202192 % (maximal € 18.400,-)
 202294 % (maximal € 18.800,-)
 202396 % (maximal € 19.200,-)
 202498 % (maximal € 19.600,-)
 2025100 % (maximal € 20.000,-)

Hinweis: Bei Basisrenten von Arbeitnehmern mindert sich der jeweilige Höchstbeitrag um den steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (§ 3 Nr. 62 EStG). Weil es durch das neue AEG steuerlich zu Schlechterstellungen zum alten Recht geben kann, gibt es bis 2020 die sogenannte Günstigerprüfung. Danach werden mindestens so viele Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt, wie dies nach altem Recht möglich gewesen wäre.

Im Gegenzug zur steuerbegünstigten Einzahlung werden in der Auszahlungsphase nun alle Leistungen von Produkten aus Schicht 1 nachgelagert besteuert. Für die Basisrente allerdings hat der Gesetzgeber analog zur Einzahlungsphase wieder eine - umgekehrte - Staffelung vorgesehen, bis zu der die Leistungen zu 100 Prozent besteuert werden:

 JahrBesteuerungsanteil 
  JahrBesteuerungsanteil
  Jahr Besteuerungsanteil
 2005 50 %
  2021 81 %
  2037 97 %
 2006 52 %
  2022 82 %  2038 98 %
 2007 54 %  2023 83 %  2039 99 %
 2008 56 %  2024 84 %  2040 100%
 2009 58 %  2025 85 %   
 2010 60 %  2026 86 %   
 2011 62 %  2027 87 %   
 2012 64 %  2028 88 %   
 2013 66 %  2029 89 %   
 2014 68 %  2030 90 %
   
 2015 70 %
  2031 91 %
   
 2016 72 %  2032 92 %   
 2017 74 %  2033 93 %   
 2018 76 %  2034 94 %   
 2019 78 %  2035 95 %   
 2020 80 %
  2036 96 %   

Hinweis: Der Prozentsatz des jeweiligen Jahres, in dem ein Rentner seine Rente antritt, wird für seine gesamte Rentenzeit dauerhaft festgeschrieben. Wenn z. B. jemand im Jahre 2020 sein Rentnerleben antritt, muß er dauerhaft nur 80 Prozent seiner Leistungen aus der Basisrente versteuern.

Der Vertragsinhaber einer Basisrente macht im Grunde also eine Art Zinsdifferenzgeschäft: In der Erwerbsphase mit seinen relativ hohen persönlichen Steuersatz kann er die Beiträge steuermindernd geltend machen. In der Rentenphase unterliegen die Leistungen dann zu einem in der Regel deutlich geringeren persönlichen Steuersatz.

Der Gesetzgeber hat den Leistungsumfang eines Vertrages zur Basisrente bewußt an denjenigen der gesetzlichen Rentenversicherung angelehnt. Nur dann kommt der Vertragsinhaber in den Genuß dieser steuerlichen Vorteile. Jeder Tarif zur Basisrentenversicherung muß daher zwingend folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Die Leistungen dürfen nur in Form einer lebenslangen monatlichen Rente (Leibrente) ausgezahlt werden.
  • Das Rentenbeginnalter darf nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres liegen (ab 01.01.2012 ab 62. Lebensjahr).
  • Ein Vertrag zur Basisrentenversicherung kann nicht vererbt, übertragen, beliehen, veräußert oder kapitalisiert werden.
Damit die Finanzverwaltungen einen Basisrentenvertrag als solchen auch akzeptieren, gibt es seit April 2010 sogenannte zertifizierte Basisrententarife, denen die staatliche Zertifizierungsstelle bescheinigt, daß ein solcher Tarif alle diese steuerlich relevanten Merkmale beinhaltet.

Die Hauptzielgruppe für Basisrentenprodukte sind im wesentlichen (kleine) Selbständige. Diesen soll analog zur Möglichkeit der gesetzlichen Rentenversicherung der abhängig Beschäftigten ein steuerlicher Anreiz für eine private Altersvorsorge gegeben werden.

Hinsichtlich von Produktarten von Basisrenten steht dem Interessenten die ganze Bandbreite der Versicherungswirtschaft offen, vom klassischen Deckungsstock über Hybridvarianten bis zum reinen Fondssparplan. Auch Tarife mit Einschluß von
Zusatzversicherungen wie Berufs-/Erwerbsunfähigkeit- oder Hinterbliebenenrenten sind am Markt

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